Struktur des RNA-Virus Chikungunya.

Abbildung mit freundlicher Genehmigung von elife (doi:00435.003), Michael Rossmann und Siyang Sun, Purdue University, 2014.

Das Chikungunya-Virus (CHIKV) wird durch infizierte Tigermücken der Gattung Aedes übertragen [1,2]. Es kommt vor allem in beliebten Reisezielen tropischer und subtropischer Regionen vor. Aufgrund des Klimawandels und der Globalisierung kann es zu einer weiteren Ausbreitung kommen [1,3]. Eine CHIKV-Infektion kann akute Symptome wie hohes Fieber und Gelenkschmerzen auslösen und auch chronisch verlaufen [2]. Aufgrund ähnlicher Symptome kann das Chikungunya-Fieber leicht mit anderen Tropenkrankheiten verwechselt werden [2,4].

Das Chikungunya-Virus

Das Chikungunya-Virus wurde erstmals 1952 in Tansania isoliert [5,6]. Es gehört zur Gattung der Alphaviren aus der Familie der Togaviridae und besitzt ein umhülltes Einzelstrang-RNA-Genom [5,6] (Abb.1). Phylogenetische Analysen konnten vier verschiedene Abstammungslinien identifizieren: asiatisch, westafrikanisch (WA), ost-, zentral- und süd-afrikanisch (ECSA), sowie indisch-ozeanisch (IOL) [7].

Übertragung durch infizierte Stechmücken

Die Übertragung des Chikungunya-Virus (CHIKV) auf den Menschen kann durch den Stich infizierter weiblicher Aedes-Mücken, hauptsächlich der Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) und der asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus), erfolgen [6,8,9]. Diese Mücken sind sehr anpassungsfähig und sowohl in städtischen als auch ländlichen Gebieten tropischer und subtropischer Regionen heimisch [7]. Durch den Klimawandel können günstige Bedingungen für Stechmücken auch in anderen Ländern entstehen [10].

Verbreitung des Virus vor allem in tropischen und subtropischen Regionen

Chikungunya konnte bisher in über 110 Ländern nachgewiesen werden, darunter beliebte Reiseziele in Lateinamerika, Afrika und Südostasien (Abb. 2) [1]. Der Klimawandel, die Globalisierung und die Virusanpassung an den Vektor können eine weitere Ausbreitung begünstigen [3]. Bereits 2007 wurde der erste Ausbruch im europäischen Raum [11] und 2013 auf dem amerikanischen Kontinent registriert [6]. Virus-Import durch infizierte Reisende und günstige Umweltbedingungen können künftige Ausbrüche in Europa und den USA weiter fördern [10,12]. 2023 wurden in Deutschland 44 importierte Infektionen von Reisenden aus Risikogebieten dokumentiert, jedoch keine autochthone Übertragung [13]. Weltweit gab es im Jahr 2024 etwa 620.000 gemeldete Chikungunya-Fälle aus 23 Ländern mit über 200 Todesfällen (Abb. 2). Darunter waren Länder des amerikanischen (15), asiatischen (6), afrikanischen (1) und europäischen (1) Kontinents, wobei die meisten Fälle (≥ 100/100.000) in Brasilien, Paraguay und Indien gemeldet wurden [14].

Registrierte Chikungunya-Fälle pro 100.000 Einwohner (Januar 2024-Dezember 2024).

Die Fallzahlen stammen von den offiziellen Gesundheitsbehörden sowie inoffiziellen Quellen. Sowohl autochthone als auch nicht-autochthone Fälle sind dargestellt. Stand Januar 2025; https://www.ecdc.europa.eu/en/publications-data/chikungunya-virus-disease-case-notification-rate-100-000-population-december-2023 [14].

Verlauf und Symptome einer Chikungunya-Infektion

Nach dem Stich einer infizierten Mücke dauert es ca. drei bis sieben Tage, bis die typischen Symptome des Chikungunya-Fiebers auftreten [15]. Dazu zählen hohes Fieber, starke Schmerzen in mehreren Gelenken, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Hautausschlag [2,16]. Die gebückte Haltung, die Betroffene aufgrund der starken Gelenkschmerzen oft einnehmen, war namensgebend für die Erkrankung: Der Name „Chikungunya“ stammt aus der ostafrikanischen Sprache Kimakonde und bedeutet „verkrümmt sein“ [1]. In der Regel klingen die Symptome nach einer Woche bis 10 Tagen wieder ab [2]. Über 40% der Betroffene können chronische Beschwerden wie anhaltende Polyarthralgie und Polyarthritis entwickeln [16]. Aufgrund der ähnlichen Symptomatik kann eine akute CHIKV-Infektion leicht mit anderen Tropenkrankheiten wie Malaria, Zika und Dengue verwechselt werden [2,4]. Eine gute Kenntnis der Symptomatik und des Krankheitsverlaufs sowie eine detaillierte Differentialdiagnose sind notwendig, um ein adäquates Krankheitsmanagement zu gewährleisten.

Die Chikungunya-Infektion kann unter anderem hohes Fieber und Schmerzen in mehreren Gelenken auslösen.

https://iris.paho.org/handle/10665.2/4009

 

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